Berichte

Formulierung Kundinnen und Kunden

Kategorie: Berichte & Tipps

„ Du oder Sie“ - „Kunden“ oder „Kundinnen und Kunden“
Wann besinnen wir uns wieder auf die WAHREN Werte des Lebens?

Ich bin eine Frau und mit menschlichen „Sammelbegriffen“ groß geworden. Zeitlebens haben mich diese begleitet. Hat es mir geschadet? NEIN. Ich habe es nicht mal bewusst registriert.
Bis auf einmal Einer (oder Eine) daher kam und rief:


„Frauendiskriminierung !!!“
 
Die Frauen hätten ein Recht auf eine eigene, separate Anrede. Muss das wirklich sein?

In der Schule hieß es: „Alle Schüler versammeln sich auf dem Schulhof.“
„Schüler und Schülerinnen?“ -> Nein.

Wir feierten ausgelassen unser Schützenfest und den Schützenball.
„Fest für Schützinnen und Schützen?“ -> Nein.

Mit Eintritt in das Berufsleben eröffnete ich ein Kunden-Girokonto.
Stand damals auf dem Antrag „Girokonto für Kundinnen und Kunden“? -> Nein.

Unsere Besprechungen im Reiterverein hielten wir im Reitercasino ab.
Stand auf dem Wegweiser „Casino für Reiterinnen und Reiter?“ -> Nein.

Auch begrüßte uns später der Firmenchef zur Weihnachtsfeier mit den Worten „Liebe Mitarbeiter, liebe Ehemalige“.
Liebe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, liebe Ehemalige und … ja, wie hieße es denn da? Ehemaliginnen?“ -> Nein.
Und trotzdem fühlte sich Niemand ausgeschlossen. Wie lange hätte denn sonst die Rede dauern sollen.

Und selbst, wenn eine Chefin die Veltins-Brauerei leitet oder eine Leitende Angestellte bei Mercedes oder BMW das Sagen hat, bin ich nicht mal sicher, dass diese Damen sich aufgeregt hätten, wenn auf einem simplen Vordruck „Heimische Bürger“ statt Bürgerinnen und Bürger gestanden hätte. Bis …
…  ja, bis eine kleine Gruppe, Jemand mit Langeweile, eine Person mit nicht vorhandener politischer Daseinsberechtigung oder sonst Jemand auf einmal meinte, eine Menge Geld zu verwenden, um riesige Mengen von Formularen, Hinweisschildern etc. ändern und auf die Frauen anpassen zu müssen.
Und wehe, es gibt irgendwo noch eine Formulierung, die dieser Vorgabe nicht gerecht wird, dann findet sich garantiert auch ein Mensch, dem das auffällt und der überlegt, „Wie könnte ich jetzt mal so richtig Ärger machen?“    
Stellen wir uns doch mal vor, alle Motorradfahrerinnen gingen jetzt auf die Barrikaden und würden auf ihre Emanzipation und damit auf eine eigene Anrede bestehen. Alter Schwede.

Wenn eine 80-jährige Frau gerichtlich erzwingt, dass Stürme auch weibliche Namen erhalten sollen; Wenn sie androht, bis zum Europäischen Gerichtshof zu gehen, um durchzusetzen, dass es in Formularen „Darlehensnehmerin“ statt Darlehensnehmer heißen muss, dann ist doch die Frage, ist es Langeweile, Streitsucht, zu viel Geld? Oder warum müssen wirklich wichtige Entscheidungen und Urteile lange Zeit aufgeschoben werden, da sich die Behörden um solche nicht relevanten Themen kümmern müssen? Ich denke, die Dame hat in ihrem Leben schlimmere Dinge erlebt, als mit einem „Sammelnamen“ angesprochen zu werden.

Da heißt es immer und überall, wir sollten den Ausländern gegenüber in jeder Hinsicht toleranter sein. Aber intern zerren wir uns gegenseitig krampfhaft wegen Lappalien vor die Gerichte.

Während wir in Deutschland immer mehr Menschen von der Höflichkeitsanrede „Sie“ zum persönlicheren „DU“ übergehen, werden andere Kleinigkeiten und Formulierungsfehler immer mehr zum Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten gemacht, so dass man nur noch den Kopf schütteln kann und sich fragt: „Unterstützen das die Anwälte tatsächlich nur wegen des Geldes? Als ob es keine größeren Probleme im Lande gebe.“
Sind wir mittlerweile so „gerichtsfixiert“ und streitsüchtig, dass wir Ärgernisse nur noch per Anwalt und Gericht klären? Vor allem stets auf der Suche nach neuen, normalerweise unbedeutenden Streitgrundlagen?
Was ist man heutzutage noch ohne Rechtsschutz-Versicherung??

Bergwanderer duzen sich, wenn sie sich begegnen.
Mitglieder von wirtschaftlichen Clubs duzen sich mit Eintritt in den Club oder Verein.
User im Internet, bei Sozial Media duzen sich.
Motorradfahrer untereinander duzen sich. WOBEI … ich da doch eine Einschränkung machen muss, die ich leider auch nicht verstehe. Während der Fahrt erfolgt erfreulicherweise (sofern es die Verkehrs- und Kurvenlage erlaubt) der Bikergruß, die linke Hand zum Gruß oder ein freundliches Kopfnicken in Richtung anderer Motorradfahrer. Einmal geparkt und abgestiegen -z.B. zum Currywurst essen- vergessen viele Motorradfahrer das nette Miteinander und gehen grußlos an den Gleichgesinnten vorbei. Das müssen wir noch üben.

Aber warum wird das Miteinander lockerer und formloser, während man in anderen Bereichen auf eine Korrektheit pocht, die wirklich maßlos übertrieben ist?
Ist das Thema denn ein Welt-Problem oder liegt es doch vielleicht mehr an unseren Deutschen Landen?

Zitat einer Bekannten, die nach beruflicher Tätigkeit im Ausland nach Deutschland zurückgekehrt ist:
„Seit ich nach Deutschland zurückgekehrt bin, bin ich down. Ich tue und mache, aber ich bekomme es nicht hin. Ich finde meinen Platz nicht in diesem Land.

Oder etwas humorvoll:
„Ich werde in Deutschland wohl nie eine passende Wohnung finden, weil ich in den selbst gebastelten, hoch ambitionierten Selbstauskunftsformularen der Vermieter die AGB und datenschutzrechtlich bedenklichen Fragen immer rot markiere.“ laughing

Wir sollen tolerant sein, wenn selbst die „Einheimischen“ oder Rückkehrer hier nicht glücklich werden können?
In den Augen einiger Menschen scheinen doppelte Anreden in Formularen wichtiger zu sein, als private und wirtschaftliche wahre Hilfe und ein friedvolles Miteinander.

Aber: Suchen wir also weiter nach Formulierungsfehlern und ziehen vor Gericht. Ob das ein glückliches Miteinander schafft und vor allem den Blick auf die wirklich wesentlichen Dinge im Leben schärft, wage ich zu bezweifeln.

Mir jedenfalls ist es egal, ob man mich in einer Gruppe als Motorradfahrer oder Motorradfahrerin bezeichnet, ob man Einwohner oder Einwohnerin einer Stadt zu mir sagt und ob man mich ein Vereinsmitglied nennt oder ....  oh ja, wie ist es denn mit "Mitglied in einem Verein"??

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